Esel und kein Ende
Die Eselin des Bileam
am andern Tag geschritten kam.
Das Tier, das mit dem Engel sprach,
es trat herein in mein Gemach.
5"Du lügst", so sprach sie, "mit dem Heu
des Buridan, ja, meiner Treu.
Das Heu ist nicht mehr zu gewinnen.
Führ Esel an, nicht Eselinnen."
Wobei sie mich ins Auge nahm
10wie seinerzeit wohl Bileam
und dann (wie seinerzeit zugleich)
erhob den Blick zum Himmelreich.
"O Schwester!" sprach sie. Und die Stute
des Buridan erschien, die gute,
15erschien, das Haupt vom Licht umwoben,
links in des Zimmers Ecke droben.
Die Bileama trug nun vor,
die Buridana war ganz Ohr.
Ich, den es anfing zu langweilen,
20ich schrieb dazwischen diese Zeilen:
Ein Hecht, vom heiligen Anton
bekehrt etc.
Heilig! Heilig! Heilig!
Damit legt' ich die Feder hin -
25verschwunden war die Eselin;
und deutlich sprach der leere Fleck:
Selbst Esel werfen sich nicht weg.
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zur Galgenpoesie - Galgenlieder nebst anderem |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Esel und kein Ende |
| Textanfang | Die Eselin des Bileam |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 195 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 735-736 |
| Überlieferung | T 1906, Bl. 95 |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: Datierbar Januar oder Februar 1906. |
| Druck | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 195 |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltext | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-07-0065 |