Die Zeit
Aus CMO
Es gibt ein sehr probates Mittel,
die Zeit zu halten am Schlawittel:
Man nimmt die Taschenuhr zur Hand
und folgt dem Zeiger unverwandt.
5Sie geht so langsam dann, so brav
als wie ein wohlgezogen Schaf,
setzt Fuß vor Fuß so voll Manier
als wie ein Fräulein von Saint-Cyr.
Jedoch verträumst du dich ein Weilchen,
10so rückt das züchtigliche Veilchen
mit Beinen wie der Vogel Strauß
und heimlich wie ein Puma aus.
Und wieder siehst du auf sie nieder;
ha, Elende! - Doch was ist das?
15Unschuldig lächelnd macht sie wieder
die zierlichsten Sekunden-Pas.
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Palmström |
| Zyklus | Zeitgedichte |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Die Zeit |
| Textanfang | Es gibt ein sehr probates Mittel |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 140-141 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 693 |
| Überlieferung | T 1905, Bl. 35 |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: datiert 21. November [1905]. |
| Druck | Westermanns Monatshefte (Zeitschrift) 55 (1911) Bd. 110 I, H. 655, S. 10; Palmström (1913), S. 66. |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-05-0046 |
Kommentar
Fund in Westermanns Monatshefte (Zeitschrift) konnte im Digitalisat nicht verifiziert werden.