Die Mausefalle
Palmström hat nicht Speck im Haus
dahingegen eine Maus.
Korf, bewegt von seinem Jammer,
baut ihm eine Gitterkammer.
5Und mit einer Geige fein
setzt er seinen Freund hinein.
Nacht ist's und die Sterne funkeln.
Palmström musiziert im Dunkeln.
Und derweil er konzertiert,
10kommt die Maus hereinspaziert.
Hinter ihr, geheimer Weise,
fällt die Pforte leicht und leise.
Vor ihr sinkt in Schlaf alsbald
Palmströms schweigende Gestalt.
II
15Morgens kommt v. Korf und lädt
das so nützliche Gerät
in den nächsten, sozusagen,
mittelgroßen Möbelwagen,
den ein starkes Roß beschwingt
20nach der fernen Waldung bringt,
wo in tiefer Einsamkeit
er das seltne Paar befreit.
Erst spaziert die Maus heraus,
und dann Palmström, nach der Maus.
25Froh genießt das Tier der neuen
Heimat, ohne sich zu scheuen.
Während Palmström, glückverklärt,
mit v. Korf nach Hause fährt.
| Werkgruppe | Humoristische Lyrik |
| Werkbereich | Palmström |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Die Mausefalle |
| Textanfang | Palmström hat nicht Speck im Haus |
| Zitiert aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 121-122 |
| Kommentar aus | SA Band III Humoristische Lyrik, S. 679-680 |
| Überlieferung | T 1911, Bl. 182 f. |
| Datierung | Der SA-Kommentar schreibt: vermutlich zwischen Juni und November 1911 entstanden. |
| Druck | Der Strom (Zeitschrift) 2 (März 1913) Nr. 12 S. 377; Palmström (1913), S. 30 f. |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | HUM-SA-03-05-0021 |