Humoristische Gedichte
Dieser Teil enthält humoristische Gedichte, die nicht zur Galgenpoesie gehören. Ein Teil entstand vor der Gründung des Galgenbunds, in Morgensterns Kindheit und Jugend. Ein anderer Teil bezieht sich auf bestimmte Ereignisse in Morgensterns Leben und zählt damit zu den Gelegenheitsgedichten.
Morgensterns Lyrik bis 1906 ist zum größten Teil Erlebnisdichtung. Selbst die Galgenlieder nannte er „Gelegenheitsgedichte“ in Goetheschem Sinne. Ihren Lesern bleibt das aber verborgen. In den Gedichten dieses Teils ist der Anlass dagegen deutlich zu erkennen, und man sieht sofort, unter welchen Umständen sie entstanden sind.
Unter „Verschiedenes“ stehen außerdem Gedichte, die inhaltlich oder formal nicht zu den Galgenliedern passen oder deren humoristischer Charakter zweifelhaft ist. Schon Martin Kießig hat in seiner Einleitung zur Lyrik 1887–1905 betont, dass sich ernste und humoristische Lyrik nicht immer sicher trennen lassen. Manche Zuordnung kann deshalb fragwürdig erscheinen.
Noch auf dem Krankenbett, kurz vor seinem Tod, erfand Morgenstern Rätsel in Versform und knüpfte damit an die Tradition literarischer und gelehrter Spiele an. Diese Gedichte sind unvollkommen oder Fragment geblieben. Der Herausgeber der Stuttgarter Ausgabe hat sie trotzdem aufgenommen, als letztes Zeugnis von Morgensterns Spielfreude.
Nach dem Kommentar von Maurice Cureau in Band III der Stuttgarter Ausgabe.
aus Kindheit und Jugend
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