Nachlese zur Galgenpoesie

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Nachlese zur Galgenpoesie

Unter diesem Titel fasst Band III der Stuttgarter Ausgabe alle humoristischen Gedichte zusammen, die Morgenstern nicht in seine zu Lebzeiten erschienenen Bücher aufgenommen hat. Dazu gehören Gedichte aus dem Nachlass und Gedichte, die er in Zeitschriften oder Zeitungen veröffentlichte. Der Band folgt damit dem Aufbau von Band I.

Eine eigene Nachlese zu den Galgenliedern und zu Palmström ließ sich nicht bilden. Die meisten Nachlassgedichte waren für neue Sammlungen bestimmt, die Morgenstern plante, aber nicht mehr herausbrachte: St. Expeditus, Die Oste, ein zweiter Palmström-Band und Palma Kunkel. Margareta Morgenstern veröffentlichte sie nach seinem Tod in Bänden, die sie selbst zusammenstellte und betitelte. Die Ausgabe übernimmt diese Ordnung nicht.

Undatierte Gedichte stehen nach thematischen Gesichtspunkten zwischen den datierbaren. So lässt sich die Entwicklung des humoristischen Werks in ungefährer zeitlicher Folge verfolgen.

Textgrundlage

In keinem anderen Werkbereich hat Margareta Morgenstern so stark in die Texte eingegriffen. In Palma Kunkel (1916) und Der Gingganz (1919) vergab sie vor allem eigene Überschriften, gelegentlich auf Rat Friedrich Kaysslers. In späteren Sammlungen wie Schallmühle (1928), Alle Galgenlieder (1952) und Böhmischer Jahrmarkt (1958) änderte sie zunehmend den Wortlaut. Sie ersetzte Wörter, griff auf gestrichene Fassungen zurück und ließ Verse weg. Bei den Kindergedichten fügte sie Bruchstücke mehrerer Gedichte zu einem Text zusammen. Der Herausgeber erklärt das teils mit der schwer lesbaren Handschrift, teils mit den Anstandsvorstellungen ihres Umfelds. Eigene Verse hat sie nach seiner Darstellung nicht hinzugedichtet, abgesehen vom Füllen weniger kleiner Lücken.

Die Ausgabe folgt deshalb drei Regeln:

  • Ist keine Handschrift erhalten, gilt der Druck Margareta Morgensterns.
  • Sonst gilt die Handschrift oder Morgensterns eigener Druck. Überschriften, die die Witwe erfunden hat, entfallen oder werden durch Bezeichnungen ersetzt, die Morgenstern selbst in Briefen oder im Tagebuch verwendete.
  • Hat Margareta Morgenstern einen längeren und erkennbar sorgfältiger ausgearbeiteten Text gedruckt als die Handschrift, nimmt der Herausgeber eine heute verlorene Fassung an und gibt diesem Druck den Vorrang.

Manche Gedichte tragen in CMO deshalb andere Titel oder einen anderen Wortlaut als in verbreiteten Ausgaben.

Morgensterns Listen

Für zwei geplante Sammlungen stellte Morgenstern Listen auf. Sie zeigen, was er vorhatte, und helfen bei der Datierung vieler Nachlassgedichte.