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|zitiert aus = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. 20
|zitiert aus = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. 20
|Kommentar = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. 755
|Kommentar = [[Christian Morgenstern - Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe. Bd. I - Lyrik 1887-1905. Urachhaus 1988|Stuttgarter Ausgabe, Lyrik I]], S. 755
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|Überlieferung = [[Liste der Tagebücher Christian Morgensterns|T 1894 I]], Bl. 86f.
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|Datierung = vermutl. August 1894
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|Erstdruck = [[In Phanta's Schloß (1895]]
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|Gemeinfrei seit = 1985
|Rezeptionen = ...
|Rezeptionen = ...
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Version vom 3. Oktober 2025, 18:56 Uhr

Wer dich einmal sah
vom Söller des Hochgebirgs,
am Saum der Lande
emporsteigen,
5aus schwarzem Waldschoß
emporgeboren,
oder purpurnen Meeren
dich leicht entwiegend -
wer dich einmal sah
10die bräutliche Erde
aufküssen
aus Morgenträumen,
bis sie, von deiner Schwüre
Flammenodem
15heiß errötend,
dir entgegenblühte,
in der zitternden Scham,
in dem ahnenden Jubel
jungfräulicher Liebe -
20der breitet die Arme
nach dir aus,
dem lösest die Seele du
in Seufzer
tiefer Ergriffenheit,
25oh, der betet dich an,
wenn beten heißt:
zu deiner lebenschaffenden
Glutenliebe
ein Ja und Amen jauchzen -
30wenn beten heißt:
In den Ätherwellen des Alls
bewußt mitschwingen,
eins mit der Ewigkeit,
leibvergessen, zeitlos,
35in sich der Ewigkeit
flutende Akkorde -
wenn beten heißt:
stumm werden
in Dankesarmut,
40wortlos
sich segnen lassen,
nur Empfangender,
nur Geliebter ...
wer dich einmal sah
45vom Söller des Hochgebirgs!


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