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| == Text ==
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| === Blatt 2, Teil 1 ===
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| 30. Dezember. Ich will nur zuerst noch in Kürze den gestern begonnenen Sparvorschlag zu Ende bringen. -
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| Man wird meinen gestern angeführten Berechnungen folgende Erwide= rung entgegensetzen: Wenn ich auch jenes abgesparte Geld in eine andre Kasse thue, so sehe ich mich am Ende des Monat's doch genötigt, es wieder herauszunehmen und auszugeben! Dies ist eben ganz falsch, denn man wäre ebenso gut ausgekommen, wenn man sich täglich Bier, Zigarren u.s.w. wie bisher erlaubt hätte. Zum Beweise mag auch folgendes dienen. Man bekömmt plötzlich einen längeren Besuch eines alten Freundes aus der Schweiz z.B., man muß mit ihm Abends in’s Theater, in den Zirkus, feine Weine werden getrunken, 0 zum Abendbrodt gibt es Caviar, Lachs und sonstige Delikatessen so geht es einige Tage lang
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| fort und im Handumdrehen sind 20, 30 Μ verausgabt, womöglich auch mehr. Der Besuch ist wieder fort. Man klagt, daß das Geld mit rapider Schnelligkeit hinausgehe, aber man muß bis Ende des Monat’s noch reichen und man reicht auch, wenn man sich danach einrichtet.
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| Wäre der Besuch nicht gewesen, so hätte man 30 Μ mehr, aber man hätte diese 30 Μ nur dann erspart, wenn man sie zurückgelegt hätte.
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| Wer dies nicht mit Willenskraft durchzuführen vermag, kann eben nicht sparen, so sehr er sich auch einschränken mag. -Allein nun wollen wir von diesem Sparsystem auf den 30. Dezember übergehen, der keineswegs gespart hat, die Erde mit Schnee zu um= hüllen. Die Zeit eilt mit Riesenschritten vorwärts, es ist schon wieder 11 1/2 Uhr. Was wird das neue Jahr uns bringen? Vielleicht Krieg!
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| === Blatt 2, Teil 2 ===
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| Jedenfalls bemühen sich die Völker redlich in die warme Asche zu blasen, bis ein Funken hervorspringen wird, an dem sie sich böse Brandwunden holen werden. - Eine gewisse Preßfreiheit ist ja unsrer Zeit nur angemessen und würdig, aber in vielen Fällen ist sie das Verderben und die Verderbnis des Volkes, und geradezu der Ruin des Landes. Man betrachte nur die russische und französische Hetzpresse und in 10 Jahren wird man sehen, welches Unheil diese gewissenlosen Redakteure über ihre Nationen gebracht haben. Ich kann es nicht verstehen, wie die Regierung-vor ihren Augen eine solche Ver= führung und Trrleitung ihrer Unterthanen zuläßt. Solche Blätter müßten aufgehoben und ihre Herausgeber streng bestraft werden, die den Haß gegen das Nachbarvolk schüren, die jede friedliche Stimmung des Volkes unterdrücken und nur: Krieg! schreien und: Haß predigen und nach Blut lechzen! La sind glücklicher Weise in unserm deutschen Lande die Zustände anders und besser, obschon
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| ■viele Blätter auch nur: "Innere Parteizwistigkeiten um jeden Preis" auf ihre Fahne geschrieben haben, auf welcher stehen sollte: Einigkeit im G-roßen, Freiheit in Nebensachen!~
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| Die Hauptsache für jeden, der sein Vaterland liebt, ist jetzt vor Allem der heiße Wunsch, Gott möge unsern geliebten Kaisersohn Friedrich Wilhelm erhalten und vollständig wieder genesen lassen! Und gerade bei dem schweren Leiden unser's teuern Kronprinzen hat man recht erkannt, daß Deutschland einig ist, ein Deutschland vom
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| Rhein bis zur Weichsel!
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