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<small>Morgenstern, Margareta (Hg.): ''[[Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben (Buch)|Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben.]]'' - München: Piper, 1939.</small> | |||
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Aktuelle Version vom 5. Juni 2026, 13:29 Uhr
Niemand war und ist mir eine empfindlichere Geißel als der richterlich geartete Mitmensch.
Er ist für mich der personifizierte böse Blick.
Vor ihm erschrickt alles Lebendige in mir so tief, als hätte der Tod selbst es gestreift.
So mag eine Pflanze aufhören zu wachsen, wenn sie ein schlimmer Zauberer anhaucht.
Sie will gern von Wind, Regen und Kälte vernichtet werden, und wenn sie jemand zertritt, so wird sie es als etwas Natürliches hinnehmen, aber sich bei lebendigem Leibe von einem andern lebenden Wesen schlechtweg in Frage stellen, verneinen, für unfähig, für einen Irrtum erklären lassen zu müssen und das nicht etwa unter einem Feuer von Leidenschaft, sondern kalt, vorbedacht - das ist unerträglich.
Morgenstern, Margareta (Hg.): Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben. - München: Piper, 1939.